Songwriting

Liebe Freunde von comfort noise

Wie entstehen Songs eigentlich? Es braucht es nur einen kleinen Ton, ein Geräusch oder ein Wort zur Inspiration, und schon kann aus dem Nichts ein regelrechter Ohrwurm entstehen. Ich arbeite damit meist mit einer Fantasiesprache, die ich Singlish nenne. Bei mir klingt die Fantasiesprache nämlich Englisch. Das ist bei jedem Menschen unterschiedlich. Da kristallisieren sich manchmal Worte heraus, um die herum man schliesslich die Lyrics und die Musik aufbaut. Heute ist so ein Song entstanden. Zwar fehlt es noch an einigen Ecken und Enden, aber der Refrain spukt mir bereits im Kopf herum. Was ich persönlich sehr interessant finde: Oft passiert es, dass ich einen Text schreibe und erst nach der Fertigstellung merke, warum mir genau dieser Text durch den Kopf gegangen ist. Die Zeilen, die aus dem Bauch heraus geschrieben wurden, sind oft die spannendsten. Denn sie ermöglichen mir selbst einen Blick in mein Inneres, den ich mir oft selbst verwehre. Klingt vielleicht etwas abgedreht, ist aber tatsächlich so. Man sagt nicht umsonst, dass die Musik das Fenster zur Seele ist, dass Musik ein Ventil sein kann. Ich halte es für das beste Ventil überhaupt. Man kann aussprechen, was man möchte. Alles ist erlaubt. 

Der neue Song dreht sich um die Wiederauferstehung nach einem schweren Tief. Er sagt im Prinzip aus, dass man erst weitergehen kann, wenn man sich selbst dazu entschliesst, aufzustehen, sich den Staub von den Kleidern zu klopfen und eine neue Richtung einzuschlagen. Dass niemand kommt, der einem die Hand reicht und beim Aufstehen hilft. Dass niemand mit einer Limousine vorfährt und Dich mit in ein neues Leben nimmt. Und dass, auch wenn es sich anfühlt, als ob alles eingefroren ist, das Leben in Bewegung bleibt.

Ich bin gespannt, was aus diesem Song wird. Ob er es in unser Programm am 24. Oktober 2015 schafft, wenn wir in Wolhusen spielen. 

Auf bald!

Bezzy